1. Yokomo (04)

Ein großer schwarzer Wolf kam aus dem Schatten auf sie zu, Alpha erhob sich langsam, nach allen Seiten umschauend, während Zerophes sich nach wie vor nicht bewegte und sein gesenktes Schwert bereit zum Angriff hielt. „Du dummer Mensch! Du wirst diesen Wald nicht lebendig verlassen!“ sagte der Wolf zu ihm und Zerophes fing an zu grinsen. „Ihr werdet diesen Wald nicht lebendig verlassen, als Diener dieses schäbigen Dämons bin ich quasi verpflichtet euch von dieser Bürde zu erlösen!“ Mit einem Zähnefletschen stürzten ein weiterer Wolf aus dem Dickicht und erwischte Zerophes rechten Arm, er wollte seine Zähne in das Fleisch schlagen doch dazu kam er nicht, Zerophes schlug mit seiner Rechten gegen einen Baumstamm wodurch er den Wolf am Hinterkopf traf, er hatte den Wolf zwischen seinem Arm und den Stamm eingeklemmt und ergriff dessen Hals mit seiner freien Linken. Er hielt ihn in die Luft, jediglich mit seiner Linken Hand die den Hals des Tieres umfasste und starrte ihn an, das Tier fing plötzlich zu jaulen und heftig zu hecheln an. Plötzlich verstummte das Knurren um ihnen und ein Wolf nach dem andern verschwand in den Büschen, dieser Wolf konnte nicht sprechen, doch Alpha verstand dennoch seine Worte… „Er ist es, er ist es.“ Doch Zerophes schien es zu spät zu erkennen, erst als der schwarze Wolf mit einem Satz in das Unterholz flüchtete wusste er dass sie ihn erkannt hatten. Da schleuderte er den Wolf nach vorne und fuhr mit seiner Klinge durch die Luft, diese durchtrennte den Körper des Tieres und verspritze dessen Blut auf die umliegenden Bäume und den Schnee. „Diese Feiglinge!“ schrie Zerophes in die Nacht, er musste ihnen folgen, er musste ihnen auf den Fersen bleiben, würde er ihre Spur verlieren, konnte es noch Monate dauern ehe er Yokomo finden würde. Sein Zorn wuchs, es gab keinen anderen Ausweg, er steckte sein Schwert zurück an seinen Gürtel und starrte gen Himmel. Mit einem schrillen Schrei der langsam in ein Brüllen überging entledigte er sich seiner menschlichen Form und Alpha konnte zum ersten mal das wahre Gesicht dieses Dämons erkennen. Sein großer muskulöser Körper war von dunklem blau schimmernden Fell überzogen, seine Beine waren zu drahtigen Hinterläufen geworden, die mit Pfoten und Krallen besetzt waren, seine Hände waren zu mächtigen klauen-besetzten Waffen geworden, doch mehr konnte Alpha nicht erkennen, er stand hinter ihm und sah nicht was aus seinem Gesicht geworden war. Mit einem weiteren Brüllen preschte er los, Zerophes bewegte sich mit großen Setzen durch den Wald, alles Dickicht was in seinem Weg war räumte er ohne Umschweife mit seinen Krallen aus dem Weg. Kaum ein Stück zurückgelegt vernahm er auch schon wieder die Geräusche der flüchtenden Wölfe und erreichte einen nach dem anderen von ihnen, die aus Angst zurück wichen und ihm den Weg freimachten, ihre Furcht war größer als ihre Loyalität. Doch diese Kreaturen interessierten Zerophes nicht, er musste diesen schwarzen Wolf finden, er musste ihn Kontakt mit Yokomo stehen, oder zumindest in Kontakt mit seinen Werwölfen. Immer weiter lief er durch den Wald, es war als würde eine Ramme durch das Unterholz preschen, mit einem Getöse schien er förmlich die Bäume in seinem Weg mit seinen Klauen zu zerteilen. Seine Wut wuchs immer mehr, er spürte dass er seinem Ziel immer näher kam und so lief er immer schneller und der Wald schien sich förmlich aus seinem Weg zu biegen um seinem Zorn zu entgehen. Plötzlich bremste er ab, er hatte eine Lichtung erreicht, vor ihm stand der schwarze Wolf, all seine Nackenhaare aufgestellt und seine Zähne bleckend. „Ich werde dich nicht zu meinem Meister geleiten, auch wenn dies meinen Tod vereiteln würde.“ „Du scheinst mir nicht so missraten zu seine wie diese niederen Kreaturen, deren Loyalität kaum größer als ihr Gehirn zu sein scheint.“ Sagte Zerophes, dessen Stimme tief geworden war und vor Zorn bebte. „Wenn du mir den Weg nicht zeigst, dann wird es einer von ihnen tun.“ „Sie wissen es nicht, so dumm kannst selbst du nicht sein!“ Kaum hatte der Wolf diese Worte zu Ende gesprochen stürzte sich auch schon Zerophes auf ihn, der Wolf wollte seinen Angriff erwidern und weg springen, doch der Blick von Zerophes schien ihn am Boden festzunageln. Kaum einen Moment später hatten die Klauen von Zerophes seinen Hals bereits umklammert und pressten die Kreatur gegen einen Felsen.
Alpha starrte noch immer nach vorne, der klägliche Rest des Tageslichtes, dass bis hier hin durchdrang schien immer schwächer zu werden, einzelne Flocken schneiten vom Himmel denen Alpha mit seinem Blick zum Boden folgte. Was war geschehen? Er drehte sich mehrmals um, doch da war nichts, nur diese gespenstische Stille, der Wind war auch nach dem Verschwinden von Zerophes nicht wieder gekommen, er war alleine. Was sollte er tun, am Liebsten wäre er zurück zu den Pferden gegangen, doch er wagte es nicht, vielleicht würden ihm diese Bestien folgen, die so gar nicht wie Wölfe waren, sie waren so böse, so menschlich. Plötzlich vernahm er ein seltsames Geräusch, so als würden leichte Füße durch den Schnee stapfen, kurz darauf blickte er erneut in leuchtende Augen, die jedoch weit weniger gefährlich wirkten als diese zuvor. Ein weißer Fuchs trat vor ihn und setzte sich in den Schnee, Alpha sah ihn schweigend an, als er noch immer keinen Ton von sich gab, drehte der Fuchs seinen Kopf interessiert zur Seite. „Ihr schweigt aus Angst?“ sagte er schließlich, jedoch in der Sprache der Tiere. „Oder schweigt ihr aus Zweifel?“ Alpha sank zu Boden und landete auf seinen Knien. „Ich weiß es nicht.“ Brachte er schließlich hervor. „Schon als ihr diesen Wald betratet hatte ich erkannt, dass ihr keine Menschen seid, diese Bestien sind dumm, unsagbar dumm.“ Alphas Blick wanderte vom Boden zu dem Fuchs. „Du wusstest es?“ „Ja, kein Mensch hätte jäh diese unsichtbaren Spuren deuten können, dieser Dämon dem du da folgst, er schein unsagbar stark zu sein.“ „Da habe ich keine Zweifel, ich bin dazu verdammt ihm zu folgen, vielleicht ist dies meine einzige Möglichkeit mein Schicksal zu wenden.“ „Und du? Was bist du? Dass du die Sprache der Tiere verstehst? Ich konnte erahnen, dass du kein Mensch bist, aber was bist du dann? Auch ein Dämon?“ Alpha senkte seinen Blick erneut und betrachtete seine Hände die in diesen Pelzhandschuhen steckten. „Ich glaub ich weiß es selbst nicht mehr, noch vor einem Tag, da war ich etwas ganz anderes, und dieser kurze Moment in diesem anderen Körper erscheint mir jetzt schon wie eine Ewigkeit.“ „Du warst eines dieser Wesen? Dieser Kreaturen die die Menschen Fabelwesen nennen?“ Alpha wollte gerade nicken, als ein grausames Heulen durch den Wald rauschte. Es war ein furchtbares Geräusch, dass Alpha förmlich durchdrang und es schmerzte. „Was ist das!?“ rief er sich windend, plötzlich ebbte das heulen ab und verstummte. „Ich weiß es nicht.“ Antwortete der Fuchs und erhob sich aus dem Schnee. „Viele Dinge geschehen von denen wir nichts wissen, manche können wir erahnen, andere wiederum bleiben uns verborgen.“ Alpha blickte erneut in die Augen des Fuchses. „Warum sprichst du mit mir.“ Fragte er nach einer Weile. „Weil ich eine Nachricht für dich habe, falls du der bist, der ich glaube.“ „Eine Nachricht?“ „Eine Nachricht von Thefala.“ Alpha erstarrte, es war als würde ihn dieser Name wie ein Schock lähmen, wie lange war es her, Monate, Jahre? „L..Lebt er noch, wo ist er!“ stammelte Alpha. „Du bist der letzte.“ Alpha starrte wortlos in die Augen dieses Tieres und versuchte die Worte zu verstehen. „Sie sind alle von dieser Welt gegangen, sie haben sich in eine andere Welt begeben, eine Welt in der sie alle frei leben können, eine Welt ohne Leid, eine Welt ohne Menschen.“ Alpha begann zu zittern, waren sie alle tot? Wohin waren sie gegangen, wo mag dieser Ort sein, erst jetzt wurde ihm klar wie alleine er wirklich war. „Wie kann ich zu ihnen gelangen.“ Der Fuchs senkte seinen Blick. „Bevor Thefala diese Welt verließ schickte er mich aus, und auch noch andere Helfer um seine beiden verloren gegangenen Kinder zu suchen und sie in dieses Land zu geleiten, ich konnte Omega nicht finden, doch nun habe ich dich gefunden, Alpha.“ „Wir können nicht weg, nicht ohne Omega! Sie ist in diesem Dämon gefangen, der in diesem Amulett steckt, dass Zerophes bei sich trägt, wir müssen sie befreien.“ „Sobald ihr Geist befreit ist wird sie den Weg in dieses Land finden, mehr müssen wir nicht tun, doch dein Weg…“ der Fuchs schwieg und sah zu Boden. „Du kannst nicht in diese Welt, nicht mehr.“ Alpha sank weiter zu Boden, nach vorne starrend vergrub er seine Finger in dem Schnee. „Es ist zu spät, es tut mir unsagbar Leid dass ich nicht schneller als dieser Dämon sein konnte, aber durch diesen Akt der dich zu dem gemacht hast was du jetzt bist, ist deine Seele als Wesen befleckt, es gibt nichts was dich in diese Welt geleiten könnte, denn nur reine Wesen finden den Weg in dieses Land.“ Alpha sah vom Boden auf, da erkannte er das der Fuchs sich aufzulösen schien, es war als würde er zu hunderten kleiner Flocken zerfallen die langsam vom Wind verweht wurden. „Nein! Das kann nicht sein! Bitte verlass mich nicht, du kannst mich nicht hier lassen, Nein!“ Doch der Fuchs war verschwunden, Alpha vergrub sein Gesicht in den Händen und schrie gen Himmel, er war wieder allein und sein Schmerz war unerträglich geworden. Die Wahrheit war wie ein Messer in seinem Herzen, er war dazu verdammt hier zu sein, fern von seiner Familie und denen die er liebte, er war verdammt dazu allein zu sein, der Letzte zu sein und wahrscheinlich verdammt dazu nie wieder in die Augen Omegas blicken zu dürfen. In diesem Moment wünschte er sich nichts sehnlicher als den Tod, das war es wovon der Fuchs gesprochen hatte, starben Wesen so erreichten sie diesen gesegneten Ort, wo sie alle ohne Hass und Leid zusammen leben konnten, ohne sich verstecken zu müssen. Doch er war kein reines Wesen mehr, falls er sterben würde, würde seine Seele auf ewig umher irren. Doch etwas Hoffnung keimte in ihm, vielleicht konnte ihn ein Dämon oder jemand anderes in ein Wesen zurückverwandeln, in eine unbefleckte Seele. Langsam stand er auf, zitternd sah er sich um, die Finsternis hatte ihn komplett eingehüllt, es war nicht die Kälte die ihn zittern ließ, auch nicht die Angst, es war wie ein Schock, er versuchte sich zu beruhigen und einen klaren Gedanken zu fassen, doch dazu war er kaum in der Lage.
Der Wolf zappelte nicht ihm Würgegriff des Dämons, nein, vielmehr schien er inne zu halten und sich auf seinen Tod vorzubereiten. Zerophes starrte das Tier an, einen Moment lang gedachte er noch zu warten, dann würde er das Vieh in der Luft zerreißen. Doch dann bemerkte er etwas entscheidendes und löste seinen Griff, der Wolf fiel zu Boden und schien sich nicht mehr zu rühren, Zerophes verwandelte sich indessen in etwas anderes, sein Zorn war etwas abgeebbt, seine Krallen wichen und formten sich erneut zu seinen Händen, während er jedoch die Pfoten seiner bestialischen Form auf den Beinen beibehielt, ebenso wie andere Körperteile. Seine dämonische Erscheinung kannte viele Gesichter, so war er dazu im Stande ein kompletter Mensch zu werden aber auch eine Bestie, und auch beides gemeinsam. Er starrte weiterhin auf den Wolf der am Boden lag, dann zog er mit seiner Rechten sein Schwert. „Ihr seid besser als ich dachte, ihr konntet mich sogar eine Weile hinters Licht führen, aber das hat jetzt ein Ende!“ gab er von sich und die Worte stiegen wie kleine Wolken, wegen der Kälte, in den dunklen Nachthimmel. Der Wolf richtete sich auf und schien zu wachsen, bis er auf zwei Beinen vor Zerophes stand und sogar größer als er geworden war, seine schwarze Gestalt glich einem Werwolf, allerdings war er nach wie vor mehr Tier als Mensch. „Ich habe von euch gehört, ihr seid der den sie den Jagenden nennen, ich habe bereits auf euch gewartet, anscheinend seid ihr nicht so gut wie ich angenommen hatte, es hat ziemlich lange gedauert bis ihr meine Spur aufnehmen konntet.“ Antwortete Yokomo. „Yokomo, ich fühle mich beinahe geehrt von eurer Anwesenheit, dennoch bin ich etwas enttäuscht von eurer Feigheit, ihr versteckt euch und schlagt im Verborgenen zu und lasst diese Menschen hier tun und lassen was sie wollen, das ist nicht die Aufgabe eines Dämons!“ als Zerophes das letzte Wort ausgesprochen hatte hob er blitzartig seine Klinge und hielt sie kurz vor Yokomos Kehle an. „Nicht jeder Dämon hat die Bestimmung Chaos zu erzeugen, zu bestrafen und zu herrschen.“ Yokomos Blick hatte sich gewandelt, er hatte einen klaren Blick und wirkte beinahe freundlich. „Das mag sein, dennoch bin ich nicht gekommen um mit euch zu plaudern, ich werde euch eure Macht entreißen!“ „Um das zu werden was nie unsere Bestimmung war? Ein Gott? Ihr wollt also dieses Dokument, diese Aufzeichnung wahr machen? Ein Gott zu werden der ohne Glaube herrschen und existieren kann?“ „Ich traue euch zu, Yokomo, dass ihr den gleichen Gedanken ergriffen hättet, einst, als die Götter in diesen Landen noch mehr Macht hatten, da stiftete deine Sippe Unruhe und Angst schürte mehr und mehr den Glauben an die Götter, doch sieh jetzt, was ist aus dir geworden, eine elende Bestie!“ Yokomos Augen wurden schmäler. „Ihr werdet niemals dieses Ziel erreichen, nicht durch meinen Tod oder durch den Tod noch vieler anderer Dämonen, die Götter werden sich an dir rächen, bevor du diese Macht überhaupt nutzen kannst.“ Kaum hatte Yokomo zu Ende gesprochen verfiel Zerophes in ein tiefes Gelächter. „Ha! Die Götter? Diese Götter habe keine Macht mehr, der Glaube der Menschen an sie ist erloschen und ohne den Glauben haben diese Götter nicht einmal annähernd soviel Macht wie ich bereits jetzt besitze!“ Plötzlich hob Zerophes seine Linke Hand und schnellte damit nach vorne, Yokomo wurde durch eine unsichtbare Wucht gegen den Felsen hinter ihm geschleudert. „Ich werde euch töten! Ich werde euch von eurem elenden Dasein befreien!“ keuchte Zerophes während er sich mit erhobener Klinge Yokomo näherte. Dieser versenkte seine Krallen in den Boden und fletschte die Zähne, als sich Zerophes auf ihn stürzte streife er jedoch nur den Felsen mit seinem Schwert, Yokomo war zur Seite gesprungen und stand nun etwas abseits von Zerophes. „Ich werde euch töten!“ antwortete Yokomo, während er mit einer langen geschmeidigen Bewegung seiner Kralle in der Luft etwas zu erschaffen schien. Er zog eine rauchartige Spur mit seinem Finger durch die kalte Nachtluft und kurz darauf fiel aus den Konturen des Rauches ein zweihändiges Schwert in seine Klauen. „Beeindruckend!“ antwortete Zerophes. „Lumino hatte nicht gelogen als sie euch erwähnt hatte und wie mächtig ihr sein sollt.“ „Ich weiß, dass ihr Lumino ihrer Macht beraubt habt und sie in die Verdammnis geschickt habt, dieser Winddämon war wie eine Schwester für mich, dass ihr derjenige seid, der ihr das angetan habt hätte ich mir fast denken können.“ „Ich trage ihre Mächte in mir und ich muss sagen, sie sind tatsächlich hilfreich!“ Mit einem Knurren stürzte sich Yokomo, das Schwert über seinem Kopf schwingend auf Zerophes. Dieser fing mit seinem Katana-ähnlichen Schwert, das dünn und zerbrechlich im Gegensatz zu dem Schwert von Yokomo zu sein schien, dessen Wucht auf und beide standen sich so nah gegenüber wie zuvor. „Ihr wisst dass ihr meiner Macht nicht trotzen könnt, warum wehrt ihr euch also.“ „Ihr schimpft über jene da, über diese Menschen, doch eins haben sie mich gelehrt, es gibt etwas dass man selbst in der Stunde des Todes bewahren kann, etwas dass sie Ehre nennen!“ Einen Moment schien Zerophes zu zögern, dann jedoch war dieser seltsame Gedanken in seinem Kopf verflogen und er presste Yokomo zu Boden, mit einem Stoß gegen die Kante seines Schwertes befreite sich Zerophes aus dem Gerangel und drehte sich seitlich and Yokomo vorbei, während er ihm den Rücken zugekehrt hatte holte er mit seinem Schwert aus und noch bevor Yokomo sich fassen konnte hatte Zerophes sein Schwert auch schon seitlich in dessen Brustkorb gerammt. „Ehre kann euch nicht das Leben retten.“ Sagte Zerophes während Yokomo zu Boden sank. Zerophes betrachtete seine Klinge, die verschmiert mit Blut war. „Was für ein Jammer…“ Er streifte sie durch den Schnee auf einem nahe liegenden Felsen. „… diese Menschen sind dumm und ihr habt euch von ihnen beeinflussen lassen, doch auch das hat jetzt ein Ende und so geht die Ära des mächtigen Yokomo für alle mal zu Ende!“ Zerophes drehte sich zu Yokomo am Boden um und streckte ihm seine Hand entgegen, während er seltsame Sätze zu sprechen began, seine Hand veränderte sich langsam und wurde wieder zu einer klauen-besetzen Kralle wie die eines Raubvogels. Man konnte förmlich erkennen wir er die Macht von Yokomo an sich saugte und absorbierte. Ein Grollen schallte durch den Wald und es war als würden alle Wölfe des Waldes noch einmal aufheulen ehe sie verstummten und Yokomos Körper zerfiel zu Staub. Zerophes wandte sich um und ging durch den Wald zurück in jene Richtung aus der er gekommen war, unterwegs sammelte er die Kleidungsstücke auf die er bei der Jagd verloren hatte, langsam verwandelte er sich wieder zurück in seine menschliche Gestalt.
Alpha hatte indessen den Weg aus dem Wald gefunden und hatte bereits die Stelle erreicht wo sie die Pferde gelassen hatten. Kaum einen Moment später hörte er Geräusche aus dem Wald, doch noch immer verspürte er keine Angst, er war nach wie vor wie gelähmt, da trat Zerophes aus dem Dunkel des Waldes in das Mondlicht. Ohne ein Wort schwang er sich in den Sattel seines Pferdes, erst dann blickte er Alpha an. „Ich sehe du hast die Wahrheit erfahren.“ Antwortete er und wendete sein Pferd. „Wir müssen in diese Richtung reiten, kaum eine halbe Meile von hier liegt ein Dorf, da werden wir übernachten.“ Alpha sagte nichts, so ritten sie los und ließen diesen geheimnisvollen Wald hinter sich.
Mit einem Schrecken wachte Alpha auf, er keuchte so als wäre er eben noch um sein Leben gerannt, wie aus Reflex betastete er sich, so als würde er nach Verletzungen suchen und bemerkte dabei, dass er nach wie vor dieser Mensch war. Er lag auf einem Haufen Heu und unter ihm lagen einige Felle ausgebreitet, er sah sich um, rund um ihn waren Stallungen, in denen Rinder und Pferde untergebracht waren. Das Tor zu dem Stall war verschlossen, dennoch vernahm er Stimmen von draußen und erkannte jene von Zerophes wieder. „Sie suchen also nach uns?“ „Ja Herr, vor kurzem waren Soldaten hier, furchtbare Krieger sage ich ihnen, die haben nach ihnen und so einem anderen Kerl gesucht. Stimmt es dass ihr etwas mit diesen schrecklichen Morden zu tun habt, Menschen und Rinder, abgeschlachtet, einfach fürchterlich.“ „Ja sagen wir mal ich hatte etwas damit zu tun, ich habe das erledigt was dafür verantwortlich war.“ „Oh Herr, ihr habt uns von diesem Leid befreit? Warum jagen sie euch dann?“ „Weil sie glauben ich hätte das ganze insziniert, dass ist meine Vermutung, das stimmt jedoch nicht. Ich habe den Zahn der Bestie bei mir das wird ihnen Beweiß genug sein.“ „Was für eine schreckliche Bestie war es denn Herr?“ „Ein riesiger Wolf.“ „Oh mir schauderts bei dem Gedanken! Ich habe den Soldaten nichts sagen können schließlich ward ihr zu dem Zeitpunkt ja noch nicht hier.“ „Gut so, allerdings werde ich ihrer Spur folgen, ich will schließlich auf sie treffen.“ „Ja tut das, dann könnt ihr eure Unschuld beweisen edler Herr!“ Dann kann er sie einem nach dem anderen ins Jenseits befördern, dachte sich Alpha und richtete sich langsam auf. Er streckte sich und fuhr sich durch die Haare, ein wärmender Lichtstrahl drang durch ein kleines Stallfenster hinter ihm. „Wieder so ein Tag…“ sagte er vor sich hin und begann im Stall nach dem Pferd zu suchen das ihn gestern getragen hatte, doch er konnte es nicht finden, da betrat Zerophes den Stall durch das Tor. „Sieh zu dass du weiter kommst, wir haben seine Gruppe Soldaten die wir einholen müssen mit einem Tag Vorsprung vor uns.“ Zerophes ging zu einer der Boxen und führte sein Pferd an den Zügeln nach draußen, „Aber mein Pferd ist weg!“ sagte Alpha während er ihm nach draußen folgte. „Dann musst du eben laufen, der Bauer sieht es sich gerade an, ich habe es ihm als Bezahlung für den Proviant und die Unterkunft überlassen.“ „Aber wie soll ich euch folgen, ihr reitet im Gallopp und ich soll hinterher trotten?“ Zerophes antwortete nicht und packte einige Sachen hinter den Sattel seines Pferdes, Alpha wollte bereits wieder etwas sagen, da unterbrach ihn Zerophes apprupt. „Hör zu du verdammter Narr, du verwandelst dich eben in das was du eigentlich bist, in ein verdammtes Vieh! Und nun geh mir aus dem Weg!“ Alpha starrte perplex in die Luft, es dauerte eine Weile bis er realisierte dass Zerophes bereits davon geritten war, nun musste er laufen um ihn einzuholen. „Wie soll das gehen?“ rief er Zerophes zu. „Ich habe dir wie gesagt, dieses menschliche Outfit nur verpasst, da ich deine Dienste benötige, aber die Menschen nicht erfahren sollen was du wirklich bist, ganz einfach und wenn du weiter auf diese Weise meine Geduld missbrauchst werde ich dich für immer von der Erdoberfläche entfernen, hast du mich verstanden?“ Mit den letzten Worten hielt Zerophes sein Pferd an und Alpha der noch Schwung vom Laufen hatte wäre fast gegen das Pferd gerannt. Zerophes blickte sich um. „Wir sind weit genug vom Dorf entfernt und hier ist weit und breit niemand, also verwandle dich in diese Bestie damit wir schneller vorwärts kommen!“ sagte er in spürbar energischen Ton. „Aber wie, ich wusste bis vor hin gar nicht, dass ich nach wie vor das bin was ich einmal war!“ antwortete Alpha beinahe am verzweifeln. Zerophes schüttelte den Kopf „Mit deiner Dummheit könnte man Bücher füllen! Streng dich gefälligst an, sind deine bestialischen Sinne derart verblendet? Du musst lediglich daran denken diese Bestie zu sein und es wird geschehen, solange du es willst, sobald Gefahr droht, wirst du wieder deine menschliche Gestalt annehmen, falls nicht werde ich schon dafür sorgen!“ „Aber was passiert mit diesem Zeug hier?“ Er zerrte and den Sachen die er trug. „Die bleiben da wo sie sind, dafür habe ich schon gesorgt, du wirst schon nicht nackt dastehen, es sei den ich finde Gefallen daran, was allerdings sobald nicht passieren wird!“ „Also gut, ich werde es versuchen.“ Alpha hockte sich auf den Boden und schloss die Augen, er saß da und dachte angestrengt nach, einige Minuten verstrichen doch es tat sich nichts. „Ich sagte doch, ich kann es nicht, ihr habt mich verdammt noch mal verflucht, auf Ewigkeit!“ Zerophes sprang aus dem Sattel seines Pferdes. „Jeder Bauernlümmel besitzt mehr Verstand als du!“ Und er streckte seine Hände in Richtung Alpha aus, und dieser wurde in die Luft nach hinten geschleudert so als hätte ihn eine unsichtbare Macht gepackt, kaum war er jedoch unsanft am Boden gelandet flog er erneut durch die Luft und wurde hart gegen einen Baumstamm geschlagen. „Kein Wunder, dass man euch Wesen mit Tieren vergleicht, ihr seid nicht mal im Stande die einfachsten Dinge auszuführen!“ sagte Zerophes während er sich wieder zu seinem Pferd wandte. Alpha wollte sich aufrichten und seinen Kopf befühlen, da er befürchtete der harte Aufprall hätte ihn verletzt, da erkannte er was mit ihm geschehen war, anstatt dieser menschlichen Hände sah er die glatten schuppigen Flächen seiner Krallen. Er konnte nicht anders und schlug seine Krallen in die weiche Erde, diese Kraft hatte er vermisst. Dann richtete er sich auf und streckte seine Schwingen, mit einem kräftigen Schlag beider Flügel wirbelte er soviel Wind auf, dass es ihn sogar ein Stück in die Luft aufhob, der Windhauch war einfach unbeschreiblich. Wie ein junger Hund sprang er auf allen Vieren durch das Gras und nahm Anlauf, mit einem Satz schwang er sich in die Luft und umkreiste eine große Eiche vor ihnen. „Ich kann es nicht glauben, Ich kann es noch!“ rief er immer zu. Er entfernte sich zusehends von Zerophes ohne es auch nur zu bemerken. Er hatte einen kleinen Wald erreicht und bewunderte noch immer die Berge am Horizont als es ihm plötzlich die Luft abschnürte, es war als würde ihm irgendetwas die Luft nehmen, er verlor fast das Bewusstsein und stürzte ab. Einige Bäume bremsten seinen Sturz, schießlich landete er in einem ausgetrocknetem Flussbett. Er rang nach wie vor nach Luft und ein seltsamer Schmerz lähmte seinen gesamten Körper, er wand sich mit dem Gedanken mit dem Tod zu ringen. Er hörte die Hufe eines Pferde, sie kamen näher, doch sein Blick war getrübt so erkannte er nicht wer da auf einem Pferd näher kam doch er wusste instinktiv wer es war. Zerophes stand vor ihm und sah auf diese Bestie herab, Alpha reichte ihm selbst liegend fast bis an die Schultern. „Ich weiß nicht ob ich es dir schon einmal gesagt habe, aber ein Dämon handelt nur mit eigenem Nutzen, sofern jemand oder etwas keinen Nutzen mehr für einen Demon hat entledigt er sich davon, du bist jediglich ein Nutzen für mich, wenn ich allerdings merke dass sich das in einen Nichtnutzen ändert, werde ich dafür sorgen dass du einem qualvollem Ende ins Auge blickst, wenn du glaubst du kannst einfach verschwinden und in deine geliebte Freiheit zurück kehren hast du dich getäuscht, egal wo du bist ich werde dich finden und ich werde dein Ende herbeiführen!“ Dann drehte er sich um und schwang sich erneut in den Sattel, erst jetzt verflog der Schmerz und Alpha bekam wieder Luft, schnaufend saugte er die Luft ein so als wäre er nach einem langen Tauchgang wieder an die Oberfläche gelangt. Wortlos folgte er nun Zerophes, er lief hinter dem Pferd her und wagte nicht einmal mehr sich einen Meter zu entfernen. Er dachte nach, wie konnte es sein, dass dieser Bote von Thefala ihn nicht als Greif erkannt hatte? War diese Menschliche Gestalt doch nur eines seiner Gesichter. War es eine Falle, irgendeine andere böse Macht die ihn da zu etwas verleiten wollte? Er war verwirrt und wusste selbst nicht mehr was er glauben sollte, jedoch war er sicher, dass er den Klauen dieses Dämons nicht entkommen konnte, zumindest nicht in nächster Zeit.
Zerophes blieb stehen und betrachtete den Wald um ihnen, sie waren nun sehr weit westlich und hatten fast die Grenze des Landes erreicht in dem sie sich die ganze Zeit befanden. Er stieg ab und betrachtete den Trampelpfad vor ihnen genauer, schließlich betastete er den Boden, hier hatte sich der Frühling schon breit gemacht und der Boden war trocken jedoch hart, weshalb selbst schwere Pferdehufe keine Spuren hinterließen. Er hielt eine Weile inne und sah dann zum Himmel „Die Soldaten sind hier vorbeigekommen, es sind sechs an der Zahl, zwei von ihnen sind schwer bewaffnet, mit Äxten.“ Langsam erhob er sich aus der Hocke. „Sie sind weiter nach Westen geritten und haben in einem Gehöft nicht sehr weit von hier Halt gemacht.“ Alpha war hinter ihm geblieben und konnte nicht anders und musste ihm eine Frage stellen. „Wie kommt es, dass ihr Yokomos Spur nicht so exakt verfolgen konntet?“ „Ich besitze jetzt seine Sinne, sie sind geschärfter den je und ausserdem war er ein Dämon wie ich, Dämonen wissen wie man sich verbirgt, Menschen hingegen fallen jemanden der weiß wie er sie findet, selbst in der weitläufigsten Gegend auf.“ Mit diesen Worten schwang er sich erneut aufs Pferd. „Und hör auf mit diesem Sie, es mag sein, dass du dann nicht mehr wie mein Sklave klingst aber du bist schon beinahe so widerlich wie diese Menschen.“ „Wie du es wünschst.“ Beide brachen erneut auf und änderten ihre Richtung leicht, Zerophes hatte Recht gehabt kaum eine halbe Stunde später hatten sei ein riesiges Gehöft erreicht. Sie beobachteten das Geschehen auf dem Hof aus geringer Ferne, von einer Reihe Gebüschen gut versteckt. „Wie ich es mir gedacht habe, dort sind ihre Pferde angebunden, genau sechs Stück. Du siehst lieber zu dass du deine menschliche Form annimmst wenn du nicht gerade auffallen willst, ich rate dir, mach es diesmal selbst oder ich verwandle dich auf Ewig in einen Menschen!“ Der Gedanke war Alpha zwar vertraut doch allein wieder daran zu denken sorgte für ein unschönes Gefühl. Vielleicht war es einfacher in die andere Richtung, es musste einen Trick dabei geben, dachte sich Alpha und setzte sich in die Mitte der kleinen Lichtung hinter den Büschen von wo aus sie das Gehöft beobachtet hatten. Zerophes ließ sich auf einen Felsen nieder und begann die Klinge seines Schwertes mit dem Zipfel seines Mantels zu polieren. „Lass dir ruhig Zeit, die laufen uns schon nicht weg… HarHar…“ Langsam fragte sich Alpha wer widerlicher war, dieser Dämon oder bloß sein Getue. Er starrte gen Himmel und schloss die Augen, langsam grub er sich mit seinen Krallen in die Erde und dachte an etwas für ihn recht furchtbar wirkendes, als in ihm plötzlich ein seltsames Gefühl aufstieg, Kälte, so als würde sie sich von seinem Innersten ausbreiten und er bemerkte wie seine Kraft nachließ. Er wagte jedoch noch nicht die Augen zu öffnen und betastete den Boden unter ihm, da bemerkte er, dass er die Erde in der er sich zuvor mit seinen Krallen gebohrt hatte nicht mehr umfassen konnte und so öffnete er schließlich die Augen und starrte seine Hände an. Er war wieder zu dem geworden was er zuvor war, ein Mensch. Doch die Kleidung die er trug war eine andere, er trug eine weite rötlich gefärbte Leinenhose, ein dickeres Hemd aus dem selben Material und darüber eine wärmende ärmellose Weste. „Dafür habe ich gesorgt, schließlich will ich nicht dass du auffällst und so meine Deckung zu Nichte machst!“ antwortete Zerophes und erhob sich. „Ich hätte zwar kein Problem mit diesen Typen allein fertig zu werden, aber da du an meiner Seite bleiben musst werden sie dich unweigerlich angreifen, da ich aber nach wie vor eine Verwendung für dich habe wäre es ärgerlich…“ Zerophes hielt inne und biß sich auf die Lippen, so etwas Ähnliches hatte er noch nie zuvor zu jemandem gesagt. „… wie auch immer, du benötigst etwas um dich zu verteidigen, als Mensch besitzt du keine Klauen und keinen Schnabel mit dem du dich wehren könntest, dafür besitzt du dank mir zwei geschickte Hände.“ Kaum hatte Zerophes den Satz zu Ende gesprochen hatte er sich auch schon wieder seinem Pferd zugewandt und nahm etwas aus einer der Satteltaschen, kaum einen Moment später hielt er es Alpha auch schon unter die Nase. Es waren zwei kurze messerartige Waffen, die einen Bogen beschrieben, nebeneinander gelegt bildete ihre Form einen Kreis, die Klingen waren zweischneidig und gingen in einem Stück Metall in den Griff über, der mit roten Lederbändern umwickelt war. Der Haft des Griffes war mit einem Greif verziert und es sah so aus als würde er die geschärfte Stelle der Klinge mit den Krallen festhalten. Als Alpha sie so betrachtete kam ihm der Gedanke, dass Omega wohl ihre Freude an diesen Dingen gehabt hatte, sie mochte Kunstwerke egal von wessen Hand erschaffen. „Die habe ich einem Vagabunden abgenommen, der mich ausrauben wollte, dabei hat er das Zeitliche gesegnet, ich wollte die zwar verkaufen, aber irgendwie ahnte ich, dass ich bald eine Verwendung dafür haben werde.“ Alpha nahm einen Dolch in die Rechte und einen in die Linke. „Ich habe noch nie auf die Weise der Menschen gekämpft, wie soll ich mich mit zwei solchen mickrigen Dingern verteidigen?“ „Es kommt auf die Bewegungen an, eine kleine Waffe ermöglicht es dir rasch und beinahe unsichtbar zu handeln, ich trage beispielsweise ein Schwert und ein Messer bei mir, allerdings benutze ich das Messer weitaus öfter. Im offensiven Kampf zählt Schnelligkeit und Geschick nicht die Größe der Waffe. Ich habe mehr Fähigkeiten als du dir vielleicht denken kannst… diese Waffen besitzen eine, sagen wir mal, zugeschnittene Macht, ich kann mit den Mächten von Kota, einem Dämon den ich vor einiger Zeit besiegte, Dinge mit Kräften erfüllen, auf diese Weise kann ich sie an andere weiter geben, es reicht dein Wille und die Waffe in deiner Hand dazu aus diese zu führen wie ein Meister.“ „Du meinst ich muss es jediglich wollen?“ „Ganz genau, aber da du ja beim Verwandeln auch schon gescheitert bist üben wir das vielleicht, also los greif mich an!“ „Aber, wie soll das gehen.“ „Gut, wenn du hier schon keine Idee mehr hast dann greif ich dich eben an.“ Blitzschnell zog Zerophes sein Schwert und es sauste in rasanter Geschwindigkeit in Alpha’s Richtung, wie aus Reflex wehrte er den Schwerthieb mit seinen gekreuzten Dolchen ab. „Gut gekontert, aber das allein reicht nicht!“ Zerophes setzte seinen Angriff fort, links rechts, Hieb um Hieb und immer wieder gelang es Alpha, zwar mit Mühe die Angriffe abzuwehren, als er, scheinbar nach einer Weile begriff wie das ganze funktionierte und ebenfalls in einen Angriff überging. So als hätte er nie etwas anderes gelernt führte er Bewegungen aus, die gleichzeitig Angriff und Ausweichmanöver waren, als schließlich Zerophes einen Satz zurück machte und das Schauspiel beendete. „Bilde dir jedoch nicht ein, dass du nun nichts mehr zu befürchten hast, ich kann dich jederzeit besiegen ohne mit der Wimper zu zucken, wenn ich es will verlierst du jede Art von Macht die dir hiermit zu Teil wurde und selbst wenn du sie einsetzt wirst du Gegner finden die dir durchaus gewachsen sind und dich auch besiegen können.“ „Dem bin ich mir nach wie vor im Klaren.“ Zerophes betrachtete für einen Moment sein Schwert, die breite Klinge reflektierte das Sonnenlicht und sein Gesicht spiegelte sich darin. Er kam sich lächerlich vor, ja schon beinahe menschlich, nie zuvor hatte er jemanden benötigt, doch da zu viele Dämonen Tiere und Wesen als ihre Begleiter schätzten würde er Alpha brauchen und so lange er ein Nutzen für ihn war stand er mehr oder weniger unter seinem Schutz. „Lass uns aufbrechen, in mir ist genug Wut gestaut, diese Schergen werden ihn zu spüren bekommen, schon viel zu lange dürstet es mich ihrem Anführer die Kehle durchzuschneiden aber ich glaube zu der Gelegenheit werde ich leider nicht mehr kommen.“ Zerophes band das Pferd an einen der umliegenden Bäume und sie gingen zu Fuß zu dem Hof, wortlos ging er mir schnellem Schritt voran, Alpha folgte ihm und wurde sichtlich nervöser je näher sie dem Gehöft kamen. Zerophes griff nach dem Türgriff fasste ihn jedoch nicht an sondern schleuderte ohne die Tür zu berühren das ganze Holztteil aus dem sie bestand aus den Angeln. Drinnen saßen die sechs Krieger die bei dem Lärm der am Boden zerberstenden Tür sofort von ihren Plätzen aufsprangen. „Das ist der Kerl!“ „Ja, den machen wir fertig!“ Ohne zu zögern griffen sie nach ihren Waffen die an der Wand hinter ihnen lehnten und attackierten Zerophes ohne Umschweife. Zerophes zog im gleichen Moment sein Schwert, das mit einem roten Samtschal an seinem Gürtel befestigt war, er betrat den Raum mit einem großen Schritt, den er zugleich als Anlauf für einen Sprung nutzte. Es schien als würde er sich förmlich durch den Raum katapultieren und so landete er hinter den Männern auf dem Tisch an dem sie zuvor gesessen hatten. Bevor die Männer die Lage erkannt hatten sauste seine Klinge bereits durch die Luft und enthauptete einen der ihn am nächsten stehenden Männer. Dadurch abgeschreckt wichen sie alle zurück. Alpha stand nach wie vor in der eingerissenen Tür und war mehr Zuschauer als Beteiligter als einer der Krieger ihn bemerkte und sogleich auf ihn losstürmte. Alpha sah ihn mit erhobenen Schwert auf ihn zu laufen, da war dieses seltsame Gefühl wieder, er wollte es ja aber es ging nicht er konnte nichts tun, so stand er da und war wie gelähmt. Zerophes für den das ganze Geschehen wie nacheinander gereihte Momente ablief, sah in welcher Lage sich Alpha befand, plötzlich schien es als würden die übrigen Männer in ihren Bewegungen einfrieren und Zerophes zog mit einer geschmeidigen Bewegung sein Messer das er noch bei sich trug, das Messer folgte der Bewegung weiter durch die Luft, wie ein Lufthauch einem Flügelschlag folgend sauste das Messer durch den Raum und seine Klinge schien die Luft mit jeder Umdrehung zu zerschneiden. Die Klinge verfehlte ihr Ziel nicht und traf Alpha’s Angreifer in den Hinterkopf, nur einen Schritt von Alpha entfernt ging der Krieger leblos zu Boden. Erneut holte Zerophes mit seinem Schwert aus, und es schien als würde er eine Unsichtbare Barrikade durchschneiden, kaum hatte seine Klinge die eines der Männer gekreuzt lief alles wieder so ab wie es sollte, nichts schien mehr langsamer oder eingefroren abzulaufen. Alpha starrte nach wie vor auf das was sich ihm bot, er umfasste die Griffe der Dolche mehr und mehr, sodass er das pochen des Blutes in seinen Fingern spüren konnte. Zerophes’ Schwert teilte die Klinge des Angreifers mühelos und dessen Splitter flogen durch den Raum wie silberne Tropfen, die Bewegung weiter in einem Kreis ausführend sprang er zugleich von dem Tisch und rammte seine Klinge in den Brustkorb des entwaffneten Kriegers. Während Zerophes sein Schwert wieder erhob attackierte ihn auch schon der nächste Angreifer, ein stark gebauter Mann der eine Axt in seine Richtung schwang, er konnte innerhalb eines Augenblicks abschätzen dass die Wucht der Axt nicht mehr abzuwehren war und so setzte Zerophes erneut zum Sprung an. Er machte einen weiten Satz nach oben während die Axt auf den Boden traf und den Holzboden in Stücke schlug. Die Trümmer flogen nach allen Seiten, unweigerlich streifte einer der Splitter Zerophes Arm und hinterließ einen Kratzer. Zerophes landete in der Mitte des Raumes und betastete die Stelle, dann steckte er sein Schwert wieder zurück an seinen Gürtel. Langsam senkte sich ein Blick und seine Haare verdeckten sein Gesicht, Alpha spürte dass etwas nicht stimmte, etwas war anders als zuvor, es war als hätte ein Atemhauch den ganzen Raum in Eiseskälte versetzt. Zerophes ballte beide Fäuste und der Raum in dem Haus schien zu beben, seiner Verwandlung stand nichts mehr im Weg. Seine Füße wurden zu Krallen die sich in den berstenden Holzboden krallten, während seine Kräfte immer mehr wuchsen streckte er beide Arme nach vorne und blickte schließlich vom Boden auf. Sein Blick traf den Mann mit der Axt wie ein Schlag, er flog durch die Luft von einer unsichtbaren Macht getroffen und druchschlug die hintere Wand des Hauses. Alpha hatte zuvor Deckung vor den herumfliegenden Teilen gesucht und beobachtete die Szene von sicherer Entfernung hinter dem Türstock aus, diese halb-menschliche Form des Dämons wirkte seltsam auf ihn, Flügel, Ohren, Krallen, all das schien ihn seltsam vertraut zu machen aber gleichzeitig auch wieder unsagbar fremd. Zerophes sah sich das halbzerstörte Haus an. „Zwei fehlen.“ War seine knappe Antwort dann ging er in die Knie um sich für einen Sprung vorzubereiten, dann erhob er sich und durchbrach das Dach mit seinen Schwingen. Er sah die beiden Männer auf ihren Pferden flüchten und überlegte einen Moment, dann aber entschied er sich sie aufzuhalten. Er flog höher und setzte zum Sturzflug auf einen der Reiter an, noch in der Luft verwandelte er sich in seine wahre dämonische Form und holte mit seiner Rechten aus, die mit Krallen besetzte Hand sauste am Reiter vorbei und schlitze diesen mit Leichtigkeit auf, unweigerlich traf er auch den Hals des Pferdes und der Reiter stürzte zusammen mit dem Pferd und blieb ohne eine weiter Regung liegen. Der letzte Reiter visierte Zerophes in der Luft mit einer Armbrust an, doch der Schuss verfehlte ihn. Zerophes stürzte sich ohne Umschweife auf ihn, packte ihn und riss ihm vom Pferd, Er presste den Krieger auf den Boden und drückte ihm mit den Krallen seiner linken Hand in die Kehle. „Du wirst dass deinem Anführer überbringen und ihm mitteilen dass der Dämon der sein Schafe getötet hat ebenfalls tot ist, sag ihm er soll den Mythos Yokomo für immer aus den Geschichten streichen!“ mit diesen Worten drückte Zerophes dem Krieger den Zahn von Yokomo in die Hand. „Und wehe dir du erwähnst etwas anderes, dann wird mein Fluch dich treffen und dich qualvoll töten!“ Der Mann nickte zitternd, dann erhob sich Zerophes erneut in die Lüfte und flog zurück zu dem zerstörten Haus.
Alpha wanderte langsame durch den Raum der in Trümmern lag, er betastete die Stelle an der sich Kratzspuren von Zerophes befanden, dann blickte er durch das Loch im Dach zu dem Himmel. Es hatte keinen Sinn mehr sich danach zu fragen wie er bloß in jene Lage geraten war. Kaum einen Augenblick später vernahm er ein Geräusch von draußen, Zerophes war zurück und hatte wieder seine menschliche Gestalt angenommen, er band eines der Pferde los, welche die Krieger zurückgelassen hatten. „Hier nimm dieses Pferd, lass aber Sattel und Zügel dran, du wirst auch deine menschliche Gestalt länger behalten müssen wir kommen jetzt in recht dicht besiedeltes Gebiet.“ Dann blickte er zum Himmel. „Das Kapitel Yokomo ist nun für immer geschlossen…“ und er beendete den Satz mit einem finsteren Lächeln.

 

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